Oregon Scientific WMR200 Funkwetterstation mit Datenlogger und Touch Screen

Dies ist nur ein Gravatar Rainer Hoppe

Über den Autor: Rainer Hoppe ist ein kritischer und professioneller Produkttester. Er hat bereits über 300 aktuelle Produkte getestet und in Testberichte beschrieben. Aktuell leitet Rainer unsere Wetterstation Test Reihe. Rainer, Anfang 30, ist ein begeisteter Technik und Computer-Fan, Freizeit-Mountain-Biker sowie ein stolzer und rührender Vater einer kleinen Tochter.

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Oregon Scientific WMR200 Funkwetterstation mit Datenlogger und Touch Screen
Wetterstation Testbericht von Rainer Hoppe

Im Test Oregon Scientific WMR200 Funkwetterstation

Die Oregon Scientific WMR200 Funkwetterstation in unserem Wetterstation Test. Leider zeigt sie Schwächen und spaltet die Meinungen unserer Redaktionsmitglieder.

Um es gleich vorwegzunehmen: Bei noch keiner Wetterstation in unseren Tests wurde innerhalb der Redaktion so kontrovers diskutiert wie bei diesem Gerät. Noch nie lagen die Meinungen so weit auseinander und noch nie konnten wir uns auf eine gemeinsame Meinung einigen.
Bei der Oregon Scientific WMR 200 handelt es sich um eine Funkwetterstation mit Datenlogger. Viele Funktionen und die unterschiedlichen Sensoren ermitteln und speichern zahlreiche Wetterdaten. Der Lieferumfang der Scientific WMR-200 umfasst neben der Basisstation einen Mast aus Plastik, einen Hauptsensor zur Messung der Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Windgeschwindigkeit und Windrichtung und einen Niederschlagsmesser. Bis zu zehn weitere Sensoren, Hygrosensor, UV-Sensor oder ein Wassertemperaturmesser können mit der WMR 200 verbunden werden.

Enthaltene Sensoren

  • Regenmesser PCR800
  • Windmesser WGR800
  • Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser THGN801
  • Solarpanel STC800

Die Basisstation

Auf dem übersichtlich gestalteten Display der Oregon Scientific WMR200 finden sich Anzeigen für:

  • Wettervorhersage mit 5 Symbolen für sonnig, bewölkt, teilweise bewölkt, Regen und Schnee
  • Windchill (gefühlte Temperatur)
  • Hitzeindex
  • Wetteralarm für min./max. Temperatur, Hitzeindex, Luftfeuchte, Tau-Punkt, Windböen und Regenfallrate
  • Datum, Uhrzeit, Wochentag und Alarm
  • Batteriewechselanzeige

Leider trübt das nicht entspiegelte Display (15,2 x 8,8 Zentimeter, beleuchtet) den sonst als sehr gut befundenen Eindruck der Anzeigeeinheit. Die Bedienung der Scientific WMR-200 erfolgt über den Touchscreen. Die Druckpunkte und Genauigkeit lies keine Kritik bei unseren Testern aufkommen.
Dank variablem Aufbausystem und der Anschlussmöglichkeit weiterer Sensoren dürfte die WMR200 bei vielen Hobby-Meteorologen auf der Auswahlliste stehen. Weitere Anschlussmöglichkeiten wie ein Temperatursensor im Weinkeller, in der Garage oder im Kinderzimmer bietet nicht jedes Gerät. Für extreme Wetterlagen wie Frost oder Sturm sind zahlreiche Alarme vorhanden.

Die Sensoren

Der Mast und die Sensoren sind aus Plastik. Der Aufbau geht relativ leicht von der Hand, auch wenn die Montage in unserer Redaktion viel Kritik hervorgerufen hat. Hobbybastler werden von den vielen kleinen Schräubchen begeistert sein.

Wie viele andere Stationen auch verfügt der Hauptsensor über ein Solarpanel um die Batterie zu schonen. Der Einsatz von Akkus, was eigentlich naheliegend wäre, wird nicht unterstützt. Der separate Regenmesser benötigt eigene Batterien und wird nicht vom Solarpanel mit Strom versorgt. Man kann Oregon zu Gute halten, dass diese Kritikpunkte für viele auf dem Markt befindlichen Wetterstationen gelten. Zeigt aber wieder einmal deutlich, dass viele Hersteller bei den Sensoren auf fertige Angebote chinesischer Herkunft setzen und sich so eigene Entwicklungsarbeit sparen. Bei einer Wetterstation in dieser Preislage leider ein dicker Minuspunkt.

Die Kritik an den Außenfühlern festigt sich leider weiter. Denn nach der Montage hatten wir massive Probleme beim Empfang der Sensoren. Laut Hersteller beträgt die Reichweite der Sensoren zur Basisstation 100 Meter. Diese Angabe bezieht sich bei allen Herstellern immer auf die freie Luftlinie. Jede Wand mindert die Empfangsweite, so dass in der Praxis die Reichweite mindestens um ein Drittel sinkt. Bei der WMR200 war das Abfallen der Reichweite jedoch so massiv, dass der Kompromiss zwischen optimalen Aufstellungsort der Sensoren und maximaler Reichweite zu einem unschönen Geduldspiel wird.

Optionale Sensoren (Zubehör)

  •   Thermo/Hygro Sensor THGR800 (3 Kanäle)
  •   Thermo/Hygro Sensor THGR810 (10 Kanäle)
  •   UV Sensor UVN800
  •   Wassertemperaturmesser THWR800

Messbereiche und Genauigkeit

Die Innentemperatur wird zwischen 0 bis +50 Grad Celsius gemessen. Der Messbereich für die Außentemperatur liegt bei -50 bis + 70 Grad Celsius. Für die Messung von innen- und Außenluftfeuchte liegt der Messbereich zwischen zwei Prozent und 98 Prozent. Der Luftdruck wird im Bereich von 700 bis 1050 Hektopascal (hPa) übermittelt. Der Messbereich für die Windgeschwindigkeit liegt zwischen 0 und 56 m/s.
Bei der Überprüfung der Messgenauigkeit ergibt sich kein einheitliches Bild. Die Temperaturangaben im Innen- wie auch Außenbereich können wir als korrekt bezeichnen. Die Abweichungen zu unseren Referenzwerten sind minimal. Auch die Regenmenge erscheint uns plausibel. Bauartbedingt zeigt der Regensensor leichten Niederschlag nicht an. Dies tritt auch bei anderen Wetterstationen mit gleichem Regensensor auf. Negativ fiel uns jedoch das Barometer auf. Die Angaben zeigten oft erhebliche Abweichungen zur Referenzstation.

Datenlogger

Die Wetterstation Scientific WMR-200 speichert alle Wetterdaten der letzten 24 Stunden mit Zeitstempel. Der Datalogger speichert bei einem einminütigen Aufzeichnungsabstand die Wetterdaten eines gesamten Monats. Gut: Bei einer Aufzeichnung alle 15 Minuten können die Daten von fast 300 Tage im Gerät gespeichert werden.

Die Software

Die Software der WMR 200 liegt als CD bei. Allerdings ist die Software derart veraltet (Windows 2000, Windows XP), dass sich die Frage stellt, warum Oregon Scientific seine Kunden zusätzlich mit diesem Datenträger verärgert. Eine aktuelle Programmversion für Windows 7 kann bei Oregon Scientific heruntergeladen werden. Aber auch mit der aktuellen Programmversion kommt kein Spaß auf. Unsere Tester bezeichneten die Software als unübersichtlich und kompliziert. Auch lässt der Funktionsumfang zu wünschen übrig. Gut: Die Wetterstation steht auf der unterstützten Wetterstationen von wfrog.

Die Bedienung und Anleitung

Die beiliegende gedruckte Betriebsanleitung ist ausführlich und verständlich geschrieben. Insgesamt ist die Inbetriebnahme der WMR 200 etwas kompliziert. Die Bedienung am Geräte im Alltag ist jedoch einfach. Die Bedienungsanleitung kann zusätzlich noch in PDF-Form (Bedienungsanleitung) heruntergeladen werden.

Lieferumfang

  •   Sensoren (Wind-, Regen-, Temperatur-/Luftfeuchtigkeitssensor)
  •   Solarpanel für Wind-, Temperatur-/Luftfeuchtigkeitssensor
  •   Netzteil für Basis
  •   Batterien
  •   Montagematerial

Kaufentscheidung

Die Qualität der Sensoren ist vergleichbar mit vielen anderen Wetterstationen, die jedoch deutlich günstiger angeboten werden. Nicht akzeptabel ist die geringe Reichweite der Außensensoren sowie die Software, die den Frustfaktor weiter erhöht. Die Messgenauigkeit ist bis auf Ausnahmen akzeptabel.
Den Gesamteindruck der Oregon Scientific WMR200 trübt zudem der vergleichsweise hohe Preis, der den Kritikern in unserer Redaktion zusätzlich Auftrieb gibt. Tipp: Einsteiger im Bereich Wettermessung sollten sich auf dem Gebrauchtmarkt nach dieser Wetterstation umschauen.

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Oregon Scientific WMR200 Funkwetterstation mit Datenlogger und Touch Screen, 3.8 out of 5 based on 6 ratings

Ein Kommentar

  1. Daniel Oetsch sagt:

    Hallo liebes Tester Team

    Interessant…dass Ihr für Oregon WMR 200 zum Beispiel eine Topbewertung von 4.4 von 5 Möglichen Punkten gebt…während auf Amazon 8 Kunden auf einen Durchschnittliches Ergebniss von 1.5 Punkten kommen…?

    Wäre noch interessant zu erfahren, woher so grosse Unterschied kommt…?

    Liebe Grüsse
    Daniel

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